Herr B. sucht eine Stelle

Herr B. beschloss auf die Stellenannonce zu schreiben. Zweimal las er sie. Es passte perfekt in seinen Lebensplan. Überqualifiziert? Gibt es so was?, fragte sich Herr B.
Am Morgen spazierte er zum Verlag. In einem Strassencafé trank er einen Kaffee und las die Morgenschlagzeilen. Die Welt drehte wie verrückt. Bücher gaben Halt. Er erinnerte sich, wie er einst davon träumte, selber ein grosser Schriftsteller zu werden. Er sah weniger die Arbeit und die Einsamkeit die im Schreiben lag, als mehr das abenteuerlich freie Leben, dass in diesem Traum verborgen lag. Es kam anders.
Herr B. dachte, das sein Leben kein schlechtes war bis dato. Fremde Länder, Selbstständigkeit, Arbeit, Glück, Verdruss und die Kunst, die er so sehr liebte. Er hielt sich an Worte und Bilder die seine Neugier befriedigten.
Herr B. war jetzt sechsundfünfzig Jahre alt. Ungewollt hatte es ihn bei der letzten Agentur hinausgeschleudert. Nicht nur ihn. Zwanzig an der Zahl waren sie untergegangen. Eines Morgens stand der Beamte in der Tür, schickte die verbliebenen Mitarbeiter nach Hause und versiegelte die Büroräume. Von letztem Ereignis wusste Herr B. nur vom Hörensagen. Wochen zuvor hatte ihn das Besitzerpaar freigestellt. Herr B. hatte Fragen gestellt, zu dem was offensichtlich war, als keine Löhne mehr bezahlt wurden. Zu überdreht schien im die Werbewelt. Ein Neuanfang, dachte er sich jetzt.
Bücher waren seine Leidenschaft. Er liebte Buchumschläge die kleine Versprechen abgaben und bewogen, das Buch in die Hand zu nehmen und er war enttäuscht, wenn der Umschlag das Versprechen nicht einlöste. Wie bei Weinen, zählte die Geschichte auf dem Etikett. Darüber wusste er Bescheid.
Er bezahlte seinen Kaffee, lächelte der jungen Dame zu, die am Tischchen neben ihm sass, überquerte die Strasse und betrat das Verlagsgebäude.
In den vergangenen Monaten hatte er zwei Ideen entwickelt, die ihn als Selbstversorger ernähren würden. Die eine würde er weiter verfolgen neben der Arbeit mit Büchern. Nämlich das alte Gebloge. Die andere Idee legte er in die Hände von K., zu erfolgversprechend schien sie ihm.

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